Biografisches zu Manrique
Schon als Junge fiel der 1919 auf Lanzarote geborene César Manrique durch seine intensive Wahrnehmung auf, die er mit Zeichnungen ausdrückte; er träumte von weiten Reisen und liebte das Kino. Das Entsetzen über die Grausamkeit im spanischen Bürgerkrieg, in dem er kurze Zeit bei den Faschisten kämpfte, ließ ihn sein ganzes Leben lang nicht mehr los.
Gegen den Willen des Vaters studierte er ab 1945 in Madrid konventionelle Malerei und fertigte, während der Akademiezeit und danach, noch einige realistische Wandmalereien und Skulpturen. Doch dann wurden seine künstlerischen Arbeiten zunehmend gegenstandsloser. Seine Acryl-Bilder wirkten farblich und strukturell wie abgemalte Lavaströme oder Felswände seiner Heimatinsel. Manchmal arbeitete er sogar mit Kleister und Sägemehl unter den Farben. Die Werke bildeten jedoch nichts mehr ab, waren Abstraktionen, in denen reine Formen und pure Farben dominierten und ihre eigene Realität schufen:
„Meine Bilder sind Träumereien über einer gleichbleibenden, sublimen Erscheinung von Natur, wie ich sie auf einer einzigartigen vulkanischen Insel fand.“
Bald stellte Manrique erfolgreich in Madrid (1954) aus und kam in den 1960er-Jahren nach New York, wo eine Galerie seine individuellen Werke weltweit gut vermarktete. Der Künstler wurde zu Ausstellungen wie der venezianischen Biennale eingeladen und war mit zahlreichen berühmten Kollegen befreundet. Doch 1968 kehrte er nach Lanzarote zurück, seine wenigen Biografen nennen widersprüchliche Beweggründe wie Heimweh oder der Kunstbetrieb sei ihm zuwider geworden.
Von Lanzarote aus bediente er noch lange den internationalen Kunstmarkt und verdiente so viel, dass er sich seine Insel-Arbeit nie bezahlen lassen musste, bewusst wollte er seine Unabhängigkeit bewahren. Mit zahllosen Aktionen, Gesprächen und sogar Besetzungen von Bauplätzen überzeugte er die einheimische Bevölkerung und lokale Politiker, die karge Einmaligkeit der Insel behutsam für einen „intelligenten Tourismus“ zu nutzen. Weiterlesen