Die Kunststation Kleinsassen in der Rhön eröffnete am Wochenende drei bestens kuratierte Ausstellungen:
Schwere, erdig wirkende Holzskulpturen („Endzeit“) sind von luftigen und wolkigen Bildern („Übersichten“) sowie lichten Farbräumen („Lichtung“) in weiteren Sälen umgeben.
Auf den ersten Blick dominiert die monumentale „Klage um den gefallenen König“ von Herbert Holzheimer seine Ausstellung „Endzeit“. Der Holzbildhauer hat Teile eines, vom Blitz mehrfach gespaltenen und angebrannten Baumes weiter gestaltet, aber so, dass die Arbeitsspuren nicht sichtbar sind. Holzheimer ist ein achtsamer Beobachter der Natur und spürt in ihr figurative oder animalische Gebilde auf, die er durch seine Bearbeitung sichtbar macht.
Doch manche Werke, etwa die subtilen „Häutungen“, werden gesammelt und bearbeitet, ohne dass Assoziationen möglich oder beabsichtigt zu sein scheinen. Diese fragilen Objekte aus Baumrinden symbolisieren ganz klaglos Werden und Vergehen. Der Künstler lädt zum reinen Erleben dieser, scheinbar zufälligen Funde ein. Sie seien „Spuren gelebten Lebens, erklärt Kuratorin Dr. Elisabeth Heil, es ginge dem Bildhauer nicht um die „bloße Ästhetik des Morbiden“, sondern um Ehrfurcht gegenüber „Alterungen.“
Luftig wirkende, verwelkte Rhabarberblätter sind die neuesten Kreationen des Künstlers. Sie stellen eine gelungene Verbindung zu den Bildern Heike Negenborns und Veronika Dutts in den anderen Sälen her. Negenborns gewaltige Wolken über kleinen Dörfern oder weiten Landschaften wirken in ihrer Ausstellung „Übersichten“ oft dramatisch. Beim Betrachten der Acrylbilder auf Holz irritieren von nahem die Farben durch ihre Künstlichkeit und die Landstriche aus technisch wirkenden Linien und Rastern. Weiterlesen