Der Film „Tiger Girl“ – eine grottenschlechte Zumutung

 

„Über Kunst reden kann jeder. Aber DU machst Selfies mit Mona und Lisa.“ In Abwandlung dieser aktuellen, ziemlich dusseligen Werbung für ein Deodorant, könnte man zum Film „Tiger Girl“ spöttisch sagen: „Alle reden über Achselschweiß, aber WIR drehen Filme mit Tiger und Vanilla.“

Regisseur Jacob Lass („Love Steaks“) hat seinen neuen Film „Tiger Girl“ auf der Berlinale, man muss es schon so sagen, rausgehauen. Die dürftige Handlung ist schnell erzählt: Maggie (Maria Dragus) möchte gerne Polizistin werden, doch als das nicht klappt, macht sie eine Ausbildung in einer Sicherheitsfirma. Warum sie so gerne andere schützen will bleibt offen. Irgendwann rettet das Mädchen Tiger Girl (Ella Rumpf) sie vor einer aggressiven Meute junger Männer, verhindert aber ebenfalls den Beischlaf mit einem Polizisten, den Maggie seit ihrer nicht bestandenen Polizeiprüfung kennt.

Fortan tun sich die beiden Frauen zusammen und wohnen abwechselnd in einem alten Bus oder auf dem Dachboden eines großen Mietshauses. Maggie wird jetzt vom Tiger Girl „Vanilla the Killer“ genannt und versucht noch eine Zeitlang ein Security Girl zu werden. Was das Tiger Girl antreibt erfahren wir nicht. Freiheitsdurst? Abenteuerlust? Schlechte Kindheit? Gemeinsam beklauen, demütigen oder verprügeln die beiden andere Menschen, gerne auch hübsche Jungs. Aus solchen Bosheiten und Gewalttaten besteht der größte Teil des Films. Es wird zwar nicht deutlich, was die beiden Furien eigentlich antreibt, aber in der Uraufführung auf der Berlinale grölten Freunde und Fans der Film-Gang aus Berlin-Neukölln lautstark vor Begeisterung. Weiterlesen

„Es war einmal in Deutschland“ – ein bewegender und zugleich humorvoller Film

„Es war einmal in Deutschland“, heißt der hier besprochene Film und er beginnt nicht nur wie ein Märchen, sondern ist letztlich eine märchenhafte Geschichte. Also:

Es war einmal in Frankfurt eine Mischpoke überlebender Juden, die alle schnell Kies machen wollten, um in die USA auszuwandern. David Beermann (Moritz Bleibtreu), schlitzohriger Sohn ermordeter jüdischer Warenhausbesitzer, verkündet: „Hitler ist tot, aber wir leben noch!“ Weil er weiß, dass die Deutschen vor allem Wäsche brauchen, stellt eine obskure Händlertruppe zusammen, um dieses Bedürfnis zu bedienen.

Da bewirbt sich ein Schauspieler mit einer Herzattacke bei Beermann als Verkäufer. „Ich kann aber auch Hirnschlag“, meint er, „um Mitleid oder Hilfe zu provozieren, wenn’s nötig ist.“ Auch die anderen Verkäufer sind allesamt schräge Vögel. Die Bande wickelt die Schicksen im Rhein-Main-Gebiet mit hinreißender Chuzpe um den Finger und macht großartigen Reibach.

Gleichzeitig bekommt Beermann jedoch mächtig Zoff mit der US-Besatzungsarmee, verschweigt den Schlamassel aber seinen Kollegen. Ihn bedrängt die intelligente und attraktive Offizierin Sara Simon (Antje Traue), die ihn gnadenlos als Nazi-Kollaborateur überführen will. Ständig wird Beermann von der rechtzeitig aus Deutschland emigrierten Jüdin zu Verhören einbestellt und tischt ihr nach und nach eine unglaubliche Geschichte auf. Die wird in Rückblenden parallel zu den Erfolgen der Wäschehändler erzählt:

Beermann überlebte das KZ als Schlemihl, weil er gute Witze erzählen kann. Bei SS-Feiern gab er erfolgreich den Witzbold, „denn die SS hatte ja nicht so viel zu lachen.“ Weiterlesen

Die Malerin & Bildhauerin Dorle Obländer im Steinauer Grimm-Haus

Vor gut einem Jahr starb Dorle Obländer (1947 – 2016), die weit über Osthessen hinaus bekannte Künstlerin. Nun widmet ihr das Grimm-Haus in Steinau eine kleine Retrospektive, zu deren Eröffnung sehr viele Besucher kamen.

Eigentlich plante Museumsleiter Burkhard Kling schon lange, alle Grimm’schen Märchenbilder der Malerin und Bildhauerin auszustellen. Denn daran arbeitete die Künstlerin bis zu ihrer schweren Krankheit, deshalb blieb die nun präsentierte Märchenserie unvollendet. Zusätzlich werden jedoch allerlei weitere Malereien und Skulpturen Obländers gezeigt.

Bereits beim Eintritt in die Ausstellung wird erkennbar, eigentlich sind fast alle ihre Werke surreale oder traumhafte Märchen. Gleich rechts hängen Bilder, die Männer zeigen, die von Frauen wie Kleinkinder getröstet werden oder auf deren Köpfen Schleimschnecken krabbeln. Gegenüber, neben der Treppe zur weiteren Ausstellung, ist ein Ensemble installiert, dass geradezu programmatisch für die malerische und bildhauerische Arbeit der Malerin ist:

Auf einem Gemälde sind „Gerlinde und Sofia“ zu sehen, zwei hochmütige, kaum die Besucher anblickende Weiber. Wie selbstverständlich verschließen sie mit einem Messer oder einem Dolch ihre Handtaschen. Vor dem Bild hockt links ein Engel, rechts ein Teufel. Die beiden Betonskulpturen scheinen fröhlich darauf zu lauern, was wohl gleich passieren wird… Weiterlesen

Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ als Tanztheater im Hessischen Staatsballett

Ganz im Geiste Shakespeares präsentiert das Hessische Staatsballett mit „Ein Sommernachtstraum“ choreografisch herausforderndes und dennoch unterhaltsames Tanztheater.

Bei den Menschen dürfen Verliebte sich nicht lieben, ein Mädchen soll zwangsverheiratet werden. In der Parallelwelt der Elfen streitet König Oberon mit seiner Frau Titania. Puck, des Herrschers Hofnarr, soll Titania maßregeln und richtet gewaltiges Chaos an. Am Tag nach der rauschhaften Nacht, „in der man den Busch für einen Bären hielt“, sind alle Beteiligten irgendwie verwandelt.

Tim Plegge, Ballettdirektor des fusionierten Balletts Darmstadt/Wiesbaden, hat Shakespeares Erzählung in die Gegenwart verlegt. Die Liebenden sind Teenies, die in ihren Tänzen den ganzen Übermut aber auch die Unsicherheit ihrer Generation zeigen. Da küsst der Junge seine angespannten Muskeln, zeigt stolz seinen Waschbrettbauch, das Mädchen windet sich um seine Beine, an denen er sie cool herabgleiten lässt. Dann fällt er vor seiner Angebeteten auf die Knie. Den durchaus derben Humor des Dichters hat Plegge behutsam auf das Ballett übertragen, ohne ins Läppische abzugleiten… Weiterlesen

Ulrich Barnickels Modelle der „Sieben Todsünden“ nun auch in Fulda…

In der Bibliothek des Fuldaer Priesterseminars präsentiert Bildhauer Ulrich Barnickel bis zum Ende der Fastenzeit seine Figurengruppe „Die sieben Todsünden“, die er Ende 2016 in Gotha erstmalig zeigte (siehe hier). Zur gut besuchten Vernissage brachte Komponist Franz Vorraber seine eigens für diese Skulpturen komponierten Klänge zu Gehör.

Nachdem der Tonkünstler zunächst Robert Schumanns romantische „Fantasie“ auf dem Flügel vortrug, ging er mit seinem „Klang der Todsünden“ entschieden zu Sache. Denn Barnickels kleine Sündenskulpturen sind ja nun keineswegs niedliche Modelle für größere Arbeiten. Der „Stolz“ etwa ist eine grobe Figur, die mit ihrem Körperausdruck die eigene Wichtigkeit überdehnt und rücklinks hinzufallen scheint. Vorrabers Paraphrasierung des Stolzes begann zwar mit wohlklingender, feierlicher Marschmusik, die dann jedoch kratziger, aufgeblasener und immer schriller bis zum Umfallen wurde.

In Barnickels „Wollust“ ringen zwei stark stilisierte Figuren miteinander, der Mann ergreift eine Frau von hinten, die wohl nur ungern ihren prächtigen Hintern von ihm losreißt… Weiterlesen

„Die Frau im Mond“ – ein Film, poetisch wie sein Titel

In der französischen Provence war es, in den 1950er Jahren, für Frauen bestimmt kein Zuckerschlecken, sexuelle Begierde zu spüren und von der großen Liebe zu träumen. Auch die verliebte junge Träumerin Gabrielle (Marion Coillard) bekommt die Verachtung ihres Dorfes zu spüren, als sie vom Dorflehrer öffentlich brüsk zurückgewiesen wird.

Aber hat er sie denn nicht durch das Ausleihen von Liebesromanen geradezu ermuntert sich ihm zu nähern und hinzugeben? Gabrielles wütende Mutter droht, sie lasse die Tochter in die Irrenanstalt einweisen, wenn sie nicht den baskischen Flüchtling José (Alex Brendemühl) heiraten würde: „Du bist nicht verrückt, aber Du lebst in Deiner eigenen Welt!“

Die Mutter verspricht dem, zunächst zögernden Basken Geld und Unterstützung bei seiner Verwirklichung beruflicher Pläne. Widerstrebend willigt schließlich auch Gabrielle in den Handel ein, nicht ohne José klar zu machen, dass sie niemals mit ihm Sex haben werde. Doch als der Mann wieder einmal zu den Huren gehen will, macht seine Frau sich erotisch zurecht, fordert ihn auf, Geld auf den Küchentisch zu legen und gibt sich ihm hin.

Aufgrund ihrer Dauerschmerzen in der Niere, geht Gabrielle widerwillig in ein Sanatorium in der Schweiz. Dort fällt sie durch ihr exzentrisches Auftreten auf, verliebt sich aber unsterblich in den depressiven und totkranken Offizier André (Louis Garrel), der im Indochina-Krieg verwundet wurde. Kann sie mit dem geheimnisvollen Opiumesser endlich die so lang ersehnte heiße Liebe ausleben und ihre Begierde stillen? „Dein Körper ist in mich eingedrungen, ich bin ein Teil von ihm“, schreibt sie später. Weiterlesen

Kommentar zum Ende der Berlinale 2017

„Wir brauchen Filme, die mutig sind“, meinten einige Filmschaffende, als sie ihre Bären annahmen. Osteuropäische Regisseurinnen sprachen von den „Komfortzonen“, aus denen man sich herauswagen und Neues probieren müsse. Manche, die nicht auf Preise abonniert sind, vergossen Freudentränen – und als Kritiker wollte man wohl mitweinen.

Die 67. Berlinale präsentierte in allen ihren Bereichen couragierte Streifen, um uns Zuschauern aber auch den Filmleuten Mut in düsteren Zeiten zu machen. Selbst wenn manche Werke einen ziemlich herunterzogen, so machten sie doch immer Auswege deutlich.

Nach dem Festival wird wohl, wie immer, genörgelt werden, es sei nicht glamourös gewesen oder viele Filme nur durchschnittlich. Doch das empfinden die über 300.000 Besucher des Publikumfestivals gewiss ganz anders. Im Gegensatz zu den elitären „Fachmessen“ in Venedig oder Cannes können sie sich in Berlin selbst eine Übersicht zum Gegenwartskino verschaffen.

Im „Großen Wettbewerb“ entschied die kompetente Jury sehr weise und wie von uns erwartet. Doch die Gold- und Silberbären brummen ja nur auf der Spitze des Berlinale-Eisbergs. Von unabhängigen Jurys gab es zahlreiche pekuniäre oder ideelle Preise zur Ermutigung in allen Sektionen. Allein deren Nennung würde den Rahmen dieses Kommentars sprengen.

Letztes von der Berlinale (10)

Ein Stimmungsbild vom letzten Tag:
Ist Hugh Jackman tatsächlich barfuß über den roten Teppich gegangen? Wir wissen es nicht, denn während ich die Service-Leute dazu befragen will, kommt über ihre Walkie Talkies das Verbot, mit der Presse zu reden. Was in den Hirnen der Leitung von Leiharbeitsfirmen vor sich geht, wissen wir auch nicht…

Dagegen dürfen die von der Berlinale angestellten Service-Leute „natürlich mit mir sprechen“ (so der Presse­chef): Zunächst lag am Tag, als Jackman in der Pressekonferenz war, hinter dem Podium nur ein Schuhabsatz, im Promi-Ausgang eine ganze Schuhsohle, drüben im Berlinale-Palast sogar Strümpfe… aber ob die nun vom großen Star waren?

Eine Kollegin kommt zum Ticketstand für die Zeitungsleute und schmeißt empört ihr kostenloses Billet für „The Party“ auf den Tisch. Dazu kreischt sie, die Mitarbeiter hätten ihr gefälligst sagen müssen, dass die Karte für einen Film und nicht für die Abschlussparty der Berlinale sei.

Die „Badges“, also die umgehängten Foto-Plastikkarten mit der Akkreditierung zur Berlinale, sind ein Heiligtum. Bei jedem Festival versuchen Dutzende von filmgierigen Menschen mit alten oder gefälschten Badges in die Berlinale-Kinos zu kommen.

Eine Koreanerin wollte ihren Badge beim Rausgehen aus den Pressevorführungen unbedingt immer zeigen, berichtet ein Whistleblower der Service-Firma. Sie hatte Angst, sonst nicht herauszukommen.

Dann erzählt er die Geschichte eines holländischen Journalisten, der bei 19 Kinobesuchen wohl 90 Mal den Badge zeigen musste. Die Karte wird im Idealfall zwischen Daumen und Zeigefinger hochgehalten. In einem Alptraum sei der Kollege mit Fingerstarre aufgewacht.

Anke Engelke ist beim Service sehr beliebt: „Die kennt doch hier nun wirklich jeder!“ oder „Die ist immer sehr bezaubernd und lobt uns, das tut gut.“

Während ein Neuköllner Jungfilmstar sich immer „fürchterlich aufbläst, wenn er seine Karte zeigen soll“, präsentiert die Moderatorin der Eröffnungs- und Abschlussgala immer brav ihren Badge. „Dafür ist der doch da“, meint sie.

„Wir sollen nicht wie ein Schluck Wasser dastehen“, lautet die Anweisung der Berlinale. In den letzten Jahren gab es wohl immer wieder Pressefotos, auf denen sich alle mit glänzenden Augen um die Stars scharten, nur die Platzanweiser hingen hinten schlaff herum.

Zum Schluss verteile ich „Goldbären“ von Haribo an die Service-Leute, die sich über Dank und Resonanz immer sehr freuen: „Wir sind doch wie eine große Familie“, meint einer.

Foto: Hugh Hackman in der Pressekonferenz zu „Logan“ (c) Hw Kruse

Neues von der Berlinale (9)

Im Keller des Pressecenters hockt eine frierende junge Frau. Sie ist nicht das filmreife „Mädchen mit den Schwefelhölzern“, sondern gibt Pfandbecher aus. Für 2 Euro kann man einen schicken weißen Behälter mit dem roten Bären leihen (und behalten). Das ist preiswerter, als die offiziellen Müslischalen oder andere Andenken an das Festival. Die Berlinale hat ihren ökologischen Anspruch: Kostenlose Kaffee wird den Journalisten nur in ihren eigenen Gefäßen gereicht und die Kapseln aus den Automaten werden wieder recycelt.

Schon immer will das Festival Verständigung und Toleranz fördern. Doch es reagiert nicht nur mit der Programmauswahl auf gesellschaftliche Situationen, sondern auch durch viele soziale Aktivitäten für Menschen mit geringem Einkommen oder Flüchtlinge. Auch die von mir befragten Service-Leute in allen Bereichen schätzen ihren Job.

Gestern, am letzten Tag des Wettbewerbs, wollte die Berlinale wohl noch mal so richtig zeigen, was sie drauf hat: Wir können auch Comic oder Action! Es gibt einen ganz exzellenten chinesischen Zeichentrickfilm („Have a Nice Day“). In sehr realistischen Farben und mit echten Geräuschen wird die Geschichte einer umkämpften Geldtasche gezeigt. Der Regisseur war lange Zeit Maler und dachte sich, „warum keinen Film malen?“

Außerdem läuft ein hektischer, blutiger Action Thriller: Von der Industrie ausgemusterte Mutanten, also künstliche Menschen, kämpfen um ihr Leben und das ihrer Kinder („Logan“). Neben mir heult eine russische Kollegin ganz fürchterlich.

Die ausländischen Kollegen diskutieren auf den Pressekonferenzen die Filme aus der Heimat – etwa Korea, Chile oder USA – oft kenntnisreich in ihren Muttersprachen. Das gibt dem Festival nicht nur die internationale Atmosphäre, sondern ermöglicht oft weitere neue Blicke auf die gerade gesehenen Streifen. So erfuhren wir in „Joaquim“, wie im modernen Brasilien immer noch die alten kolonialen Strukturen nachwirken.

Foto:
Mal ich selbst in der Pressekonferenz, fotografiert von Dong Jun Jerome Lee

Neues von der Berlinale (8)

In der Früh, auf dem Weg zum Berlinale-Palast, sitze ich müde in der S-Bahn, vertieft in meine Filmpläne. Irgendetwas rempelt mich an, ich sehe hoch – und schaue in die Sonne: Ein lichtblondes, vielleicht zweijähriges Mädchen strahlt mich mit blauen Augen an; mir geht das Herz auf. Später beim Aussteigen liegt ein blutender Obdachloser regungslos auf der Steintreppe, Helfer bemühen sich um ihn, steif klammert sich daneben ein Nichtsesshafter an Krücken. Ist der, möglicherweise tote Mann Opfer eines Überfalls oder betrunken die Stufen heruntergefallen?

Meine Berliner Wirklichkeit ist filmreif und widersprüchlich – so gegensätzlich, wie die Scheinwelt in den Festspielkinos: Ich sehe diesen wunderbar-poetischen Film aus Ungarn, über den ich hier schon berichtete: Die ätherische blonde Hauptdarstellerin wird darin oft zur Sonne. Oder ich gucke blutige Horrorkomödien wie den genialen spanischen Streifen „El Bar“. Er zeigt, wie acht Menschen einander in einer abgeschlossenen Kneipe ausgeliefert sind und sich gegenseitig psychisch, später auch physisch zerfleischen.

Dieser Streifen, wie ebenso neulich der blutige chinesisch-japanische Gangsterfilm „Mister Long“, machen deutlich, der Wettbewerb im Festival ist nicht mit Beziehungs- und Problemfilmen übersättigt. Sogar die schrille Fortsetzung des legendären cineastischen Werks „Trainspotting“ von 1996 (!) läuft – allerdings außer Konkurrenz – ebenfalls im Wettbewerb.

Ich habe hier gelegentlich ironisch über die Presseleute gelästert. Doch heute muss ich mal schreiben, dass das gemeinsame Anschauen von Filmen mit so vielen Kinofreunden sehr anregend ist. Viele kontroverse Diskussionen mit den Anderen vertiefen die Wahrnehmung und eröffnen oft weitere Gesichtspunkte oder neue Perspektiven der Streifen.

Durch den Vergleich der Wettbewerbsbeiträge, verändert sich sowieso im Nachhinein häufig die spontane Bewertung der verschiedenen Filme für mich…