„Unsane – Ausgeliefert“ – Zum neuen Film von Steven Soderbergh

Man kann sich den Horror kaum vorstellen, als normaler Mensch zwangsweise in die Psychiatrie zu geraten. Das passiert einer jungen Frau in dem Psychothriller „Unsane – Ausgeliefert“, der jetzt in die Kinos kommt.

Die ehrgeizige Bankerin Sawyer Valentini beginnt in einer fremden Stadt einen neuen Job. Rasch wird sie von ihrem Chef gelobt, aber auch sexuell bedrängt. Des Abends schmeißt sie einen Mann aus ihrer Wohnung, mit dem sie eigentlich zum One-Night-Stand verabredet war. Bald wird deutlich, dass Valentini (Claire Foy) zwei Jahre lang von einem irren Stalker verfolgt und dadurch stark traumatisiert wurde. Sie wechselt zwar häufig ihre Wohnorte und Jobs, um dem Verfolger zu entkommen, aber ein normales Leben gelingt ihr nicht.

Nach einer kurzen Sitzung mit einer Psychologin unterschreibt sie achtlos mehrere Papiere. Weil sie dadurch ihrer eigenen geschlossenen Unterbringung zugestimmt hat, landet sie in einer Anstalt. Als sie sich wehrt, wird sie gegen ihren Willen festgehalten, in Anstaltskleidung gesteckt und mit Medikamenten ruhig gestellt. Ihr gesunder Widerstand gegen alle weiteren Zwangsmaßnahmen wird von Pflegern und Medizinern als Beweis ihrer Gefährdung für sich selbst und andere gemaßregelt.

Ein Mitgefangener empfiehlt ihr, sich ruhig zu verhalten, die Klinik sei unterbelegt und würde krankenversicherte Patienten einige Wochen zwangsbehandeln. Danach kämen sie wieder frei, denn das Spital wolle nur vorübergehend alle Betten belegen. Doch Valentini gibt keine Ruhe, fordert energisch die Polizei an, die nichts unternimmt, und telefoniert heimlich mit ihrer Mutter, die von der Klinik abgewimmelt wird. Als sie in einem Pfleger ihren Verfolger (Joshua Leonhardt) wiederzuerkennen scheint, fühlt sie sich ihm hilflos ausgeliefert, flippt völlig aus und wird im Keller in Einzelhaft gesperrt.

Mehr wollen wir von der spannenden weiteren Handlung nicht erzählen, denn Valentinis beklemmenden Albtraum geht unaufhaltsam weiter. Weiterlesen