„C’est assez Madame le Commissaire!“

Als „Madame le Commissaire“ lebt und arbeitet Isabelle Bonnet immer noch in der französischen Provence und will keinesfalls nach Paris zurück. Nachdem sie in Südfrankreich bereits einige gefährliche, spektakuläre Fälle löste, hat sie im 7. Band der Krimireihe nichts mehr zu tun.

Deshalb geht Isabelle viel Baden, genießt den fruchtigen Roséwein und beginnt eine neue Liebesaffäre, bis plötzlich eine verletzte Frau ohne Gedächtnis in Fragolin auftaucht. Als sie versucht der Fremden zu helfen, stößt sie auf immer neue Merkwürdigkeiten, die sich zu einem Fall verdichten: Die Kommissarin fühlt sich wie ein „Suchhund, der mit schnüffelnder Nase die Spur einer Person zurückverfolgt.“ Aber bis Isabelles „Schnitzeljagd“ dramatisch wird und sie die Abgründe hinter einer Lösegeldforderung ahnt, muss man mehr als 150 Seiten über ihre bisherigen Erlebnisse in der Provence lesen. Neuen Lesern wird deshalb empfohlen, lieber die ersten zwei, drei Bände dieser einst so aufregenden Serie zu kaufen:

Als hochrangige Leiterin einer Anti-Terroreinheit wurde die Kommissarin bei einem vereitelten Attentat auf den französischen Präsidenten schwer verletzt. In ihrer Geburtsstadt soll sie sich erholen und dann nach Paris zurückkehren. Isabelle genießt das ruhige Leben im Süden, wird jedoch in einige spannende Fälle verwickelt. Ein Polizeichef hat angeblich Selbstmord begangen, unter einem gefälschten Gemälde ist ein Hilferuf verborgen oder ihr ehemaliger Liebhaber wird ermordet. Alle Fälle löst sie brillant, weil sie – anders als ihre Kollegen – unglaublich kühne Zusammenhänge herstellt. Gleichzeitig muss sie sich gegen diese extremen Machos durchsetzen, was ihr aber großen Spaß macht! Weiterlesen

Der neue Film „Berlin. Alexanderplatz“

Auf der letzten Berlinale feierte das Publikum die dritte Verfilmung des Romans von Alfred Döblin „Berlin. Alexanderplatz“ (1929). Doch die kühne Idee des Regisseurs Burhan Qurbani, den Streifen in unsere Zeit zu verlegen, wurde mit keinem Bären belohnt. Das spannende, bildgewaltige Werk, das später den 2. Platz beim Deutschen Filmpreis 2020 gewann, kommt nach der Corona-Pause jetzt endlich in die Kinos.

Eine rot eingefärbte Welt steht Kopf. In der Tiefe des Meeres kämpft ein Mann um sein Leben. Seine Frau Ida klammert sich an ihn. Sie ertrinkt als er sie von sich stößt. Aus dem Off berichtet eine weibliche Stimme: „Halb lebendig, halb tot wurde Francis an Land gespült. Dort rief er: Gott, ich schwöre Dir, von nun an will ich gut sein!“

Als nächstes sieht man diesen Afrikaner Francis (Welket Bungué) selbstbewusst und cool im Flüchtlingsheim. Sein zukünftiger Kontrahent Reinhold (Albrecht Schuch) versucht Drogenhändler unter den Elenden zu rekrutieren: „Niemand hat es verdient so zu leben wie ihr!“ Francis schuftet lieber als Schwarzarbeiter auf dem Bau als ein Dealer zu werden, wird jedoch entlassen, als er einen schwerverwundeten Kollegen rettet. Erneut die Frau aus dem Off: „Er wollte anständig sein, aber man hat ihn nicht gelassen.“

Notgedrungen muss er sich nun an den irren Reinhold wenden, er tröstet die vom sexsüchtigen Chef schnell verstoßenen Frauen und macht bald Karriere bei der Drogenmafia. Gemeinsam lassen sich beide im Berliner Nachtleben treiben und nennen sich Freunde. Gegen seinen Willen wird Francis in einen Raubüberfall verwickelt. Als er sich dagegen wehrt, schubst Reinhold ihn aus dem Fluchtauto, dabei verliert Francis einen Arm. „Anständig wollte er sein, aber das Leben hat ihn nicht gelassen.“ Aus dem Off wieder die Stimme der – wie wir mittlerweile wissen – jungen Hure Mieze (Jella Haase), in die sich Francis verliebt hat. Sie ist schwanger von ihm, er will sie heiraten, doch stattdessen überschlagen sich nun die dramatischen Ereignisse…

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Bombenanschläge an der Algarve – Lost in Fuseta Band 4

Soeben erschien „Schwarzer August“, der vierte Band der Reihe „Lost in Fuseta“, in der Autor Gil Reibeiro von den Erlebnissen eines deutschen Kriminalisten mit Autismus in Portugal erzählt.

Nach der Liebe kuschelt sich das Paar wohlig aneinander: „Das sind die Pheromone“ erklärt der Mann, „unsere Zuneigung ist das Produkt eines chemischen Prozesses.“ Die Frau küsst ihn und flüstert leise: „Mein Romantiker.“ Dieser Beginn der Geschichte mag neuen Lesern normal vorkommen, für Kenner der Buchreihe ist sie eine Sensation. Denn drei Bücher lang waren Leander Lost, dem seltsamen Kommissar aus Hamburg, körperliche Berührungen ein Gräuel. Die Verliebtheit Soraias und seine eigenen Gefühle konnte er lange Zeit nicht erkennen – nun haben die beiden endlich zueinander gefunden.

In der Hitze der Algarve stieg der Austauschpolizist ein Jahr vorher steif in seinem schwarzen Anzug aus dem Flugzeug und verwirrte die portugiesischen Kollegen in dem kleinen Städtchen Fuseta mit seltsamen Verhaltensweisen. Er lernte zwar blitzschnell die Sprache und zog hervorragende Schlüsse in der Ermittlungsarbeit, produzierte aber zahlreiche Missverständnisse. Er kapierte keine Redensarten oder Metaphern und eckte brutal in der Polícia Judiciária an, weil er nicht lügen kann. Als er dem Kommissar Carlos bei einer Geiselnahme bewusst ins Bein schoss, fiel es seinem Team zunächst schwer, die Genialität dieser Rettungsaktion zu verstehen. Die Bücher der Fuseta-Reihe erweitern nicht beliebig die zahlreichen Regionalkrimis von Ostfriesland bis Thailand. Weiterlesen