Als Figurentheater für Erwachsene präsentiert das Theatrium in Steinau tatsächlich den legendären Film „Manche mögen’s heiß“. Eigentlich ist es unmöglich, solche Kultfilme, dazu noch mit einer Ikone wie Marylin Monroe, auf die Bühne zu bringen. Allerdings verbinden die Akteure klassisches Theater mit Puppenspiel und verlegen die Handlung in ein altes aufgegebenes Lichtspielhaus.
Darin sind nur noch Ratten übriggeblieben, die alle Filme auswendig kennen, die jemals hier liefen. Natürlich sind diese Kino-Ratten keine ekligen Wesen, sondern freundliche Kuscheltiere, vor denen man sich nicht fürchten muss. Im Stück wollen sie bei einem Treffen mit befreundeten Nagern (den Zuschauern) den Kultfilm mit der Monroe ansehen. Doch der Streifen reißt – nun spielen sie selbst Szene für Szene in der Originalversion, aber mit grotesken Überraschungen.
Nun geschieht also eine mehrfache Verwandlung: Die drei menschlichen Akteure spielen Nagetiere mit langen Rattenschwänzen, sie beleben die Fellpuppen als Kinofiguren, von denen zwei – wie im Film – oft auch noch zwischen Mann und Frau changieren. „Grundsätzlich lieben wir es Stoffe auszusuchen, deren Umsetzung auf den ersten Blick erstmal unmöglich erscheint“, sagt Theatrium-Chef und Schauspieler Detlef Heinichen. Gerade die liebevolle Verfremdung der Ratten zu Filmlegenden, ermöglicht die Distanz der Zuschauenden zum kultigen Original.
Darüber hinaus verstecken sich die Akteure im Figurentheater nicht wie einst im Marionetten- oder Kasperlespiel. Sie sind stets sichtbar, bauen selbst die Bühne um und werden zu Mitspielenden. Während sie ihre Geschöpfe beleben, müssen sie ohnehin deren Bewegungen und Gefühle ausdrücken – das verdoppelt den dramatischen Ausdruck. Häufig kommunizieren sie auch untereinander oder mit ihren Wesen. Durch viel Licht, Musik und Gesang werden die meisten Stücke abgerundet. Im Theatrium sind auch Solostücke von Heinichen, mit wunderschön gefertigten Puppen wie in „Amadeus“ oder bedrohlichen Gestalten wie in „Adam und die Äpfel“, zu sehen.
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