„Der andere Liebhaber“

Im Psychothriller „Der andere Liebhaber“ fühlt sich eine junge Frau zwischen einem sanften Frauenversteher und einem zynischen Unhold hin- und hergerissen.

Seit Chloé denken kann, hat sie Bauchschmerzen ohne organische Ursachen, doch eines Tages beginnt sie endlich eine Psychotherapie. Beim ersten Treffen erzählt sie dem sensiblen Therapeuten Paul, sie fühle sich fürchterlich leer, weil ihr irgendetwas fehle. Bereits nach wenigen Sitzungen scheint Chloé (Marina Vacth) geheilt, weil Paul (Jérémie Renier) sie so gut versteht. Beide verlieben sich ineinander, brechen die therapeutische Beziehung ab und ziehen zusammen. Doch die heilsame Idylle wird bald von Misstrauen und Eifersucht zersetzt.

Chloé meint, ihren Geliebten in der Stadt gesehen zu haben, der bestreitet jedoch, dort gewesen zu sein. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf Louis (ebenfalls Jérémie Renier), den von Paul verleugneten Zwillingsbruder, der auch Therapeut ist. Um die mysteriöse Familiengeschichte zu enträtseln, geht sie zu ihm in Behandlung. Der aggressive Chauvinist Louis ist völlig anders als sein sanfter Bruder, dennoch fühlt sich Chloé heftig erotisch von ihm angezogen. Als er sie in der dritten Sitzung anherrscht, „zieh dich aus!“, gibt sie sich ihm hin – und besucht ihn danach immer wieder.

Nun beginnt, zunächst noch unmerklich für alle Beteiligten der Ménage-à-trois, ein Albtraum, in dem die sowieso recht brüchige Realität und der mögliche Wahnsinn langsam verschmelzen. Auch wir Zuschauer werden in diesen Nachtmahr hineingezogen, in ständiger Spannung gehalten und von immer neuen Wendungen verblüfft: Welche dunklen Abgründe offenbart Paul? Ist Chloé eigentlich verrückt? Wird sie einen der Zwillinge umbringen? Aber welcher Zwilling ist wer?

Bereits der Beginn dieser Geschichte wird mit eindringlichen Nahaufnahmen und seltsamen Spiegelungen in unwirklichen düsteren Bildern erzählt… Weiterlesen

„Der Koch“ – eine sinnliche und spannende Literaturverfilmung

Martin Suters überaus erfolgreicher Roman „Der Koch“ von 2010 wurde verfilmt und kommt jetzt in die Kinos. „Wonach schmeckt das denn?“, fragt die von der Mahlzeit hingerissene Andrea. „Nach meiner Heimat“, antwortet der tamilische Koch Maravan. Doch um es gleich vorwegzunehmen – das neue Werk des Regisseurs Rolf Huettner („Vincent will Meer“) ist kein Film über das Kochen.

Er beginnt mit einem Vorspiel im Kampf um die Unabhängigkeit der Tamilen in Sri Lanka, bei dem Maravans Eltern sterben. Dann versetzt ein harter Schnitt die Zuschauer Jahrzehnte später nach Zürich, wo Asylbewerber Maravan (Hamza Jeetooa) in einem edlen Restaurant als mies behandelte Küchenhilfe schuftet. Nach dem Tod der Eltern wuchs er bei der Oma auf, die ihn in die Kunst der ayurvedischen Küche einweihte. Deshalb gerät er mit dem arroganten Chefkoch in Konflikt, der die Speisen oft verhunzt. Die attraktive Serviererin Andrea (Jessica Schwarz) unterstützt ihn in einem Streit, Maravan lädt sie daraufhin zu einem Curry bei sich ein. Weiterlesen

„Quatsch“ ein genialer Film für Kinder und Erwachsene

Keith Richard hat recht – in seinem neuen Buch fordert er, dass Großeltern mit ihren Kindern „Unsinn“ machen sollen. Das dachte sich auch der Regisseur Veit Helmer, der gemeinsam mit seinem vierjährigen Sohn die Idee zum Film „Quatsch“ entwickelte. Der Film kommt Anfang November in die Kinos, vorab gibt es eine Buchversion: „Denn Eltern gehen lieber mit ihren Kindern ins Kino, wenn sie das Buch schon kennen und wissen, was auf sie zukommt“, sagte uns Helmer im Gespräch.

„Quatsch“ ist ein lustiges Kinderbuch für die ganze Familie. Im Geiste der „kleinen Strolche“ stellen sechs Kinder aus Bollersdorf ziemlich viel Unsinn an. Am meisten war Theo, der sechsjährige Enkel des Rezensenten, davon begeistert, wie die Kids ihre Eltern zu Bett bringen. Von diesem, für ihn unglaublichen Ereignis erzählte er noch tagelang. Weiterlesen