KulturWerk-Festival in der alten Fabrikhalle in Schlüchtern „Zuckererbsen für jedermann“ (1)

 

„Wish you were here“ – mit dem Pink-Floyd-Song eröffneten die Gibsies, die Haus-Band der Künstlervereinigung, die Festspiele. Wie immer kamen viele Besucher diesem Wunsch nach. „Zuckererbsen für jedermann“ lautet das diesjährige Motto der KulturWerker (wir berichteten). Die poetische Forderung des Dichters Heinrich Heine (1797 – 1857) wurde noch von der im Frühjahr gestorbenen KulturWerkerin Dorle Obländer angeregt. Ihr galt natürlich auch der Eröffnungs-Song: „Wish you were here!“

Der Malerin und Bildhauerin ist die begleitende Kunstausstellung gewidmet, in der ihre letzten Arbeiten, 19 von 30 Märchenbildern, präsentiert werden. Alle haben das gleiche Format von 60 x 60 cm und sind im typischen „Dorle-Stil“ mit kräftigen Acryl-Farben und wenig Hintergrund gestaltet. Sie zeigen bekannte Märchensituationen, etwa die auf einer aufplatzenden Schote sitzende „Prinzessin auf der Erbse“ oder das „Rumpelstilzchen“. Jedoch bei „Schneewittchen“ sieht man nur die unglücklichen Zwerge, bei „Aschenputtel“ bloß die blinden verkrüppelten Schwestern. Obländers Bilder arbeiten also häufig visuell den Kern mancher Märchen heraus. Gerne interpretieren sie jedoch die vorgegebenen Situationen, machen die Betrachter neugierig und werfen Fragen auf:

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Kunstherbst in Ost-Hessen: Der Höhepunkt, das KulturWerk-Festival

Kein verflixtes siebtes Jahr – das KulturWerk-Festival in Schlüchtern vom 10. bis 20. November 

Zum siebten Mal präsentiert das alljährliche Herbst-Festival des KulturWerks ein üppiges, abwechslungsreiches Programm. Soeben erschien ein Flyer der Künstlervereinigung, der ab sofort überall im Bergwinkel ausliegt und auf die Veranstaltungen hinweist. Der Vorverkauf hat begonnen.

Die KulturWerkWoche steht unter dem Motto „Zuckererbsen für jedermann“, einer Forderung des Dichters Heinrich Heine aus seinem ironischen Vers-Epos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (Anlage). Die KulturWerker erarbeiten dazu eine szenische Collage mit Tanz, Musik, Schattenspiel, Sprache und Theater.

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Dieses Thema wurde noch von der im Frühjahr gestorbenen Bildhauerin und Malerin Dorle Obländer vorgeschlagen, die Heine sehr liebte.Ihr ist auch die diesjährige Kunstaustellung gewidmet, das KulturWerk zeigt in Kooperation mit dem Grimm-Haus die letzten Arbeiten der Künstlerin, 19 ironische Märchenbilder (oben „Froschkönig“). Weiterlesen

„…das bleibt“ – Ausstellung Dorle Obländer in Schlüchtern (Kunstherbst in Osthessen 1)

Im „Schlösschen“, dem Bergwinkel-Museum, hat die Stadt Schlüchtern in Zusammenarbeit mit dem KulturWerk eine kleine vorübergehende Schau für die im Frühjahr gestorbene Künstlerin Dorle Obländer eingerichtet.

Etwas muffelig stehen zwei blaue Langnasen-Zwerge aus Beton am Fuß der Treppe. Auf einem Gemälde oben am Treppenknick stürmt ein Paar in die Ausstellung im zweiten Stock, eine Frauenbüste, ebenfalls aus Beton, weist ihnen mit spitzer langer Nase den Weg. Die eiligen Kunstfreunde bemerken gar nicht das seltsame Bild an der Wand hinter ihnen, auf dem eine Frau ein Krokodil im Arm wiegt. Was mag da wohl passieren, wenn die Echse gleich die Augen öffnet?

Ganz zentral hängt oben im kleinen Raum das großformatige Bild „Melancholia“. Erstaunt und melancholisch betrachtet Frau Europa ihre 28 Kinder, die sich streiten, prügeln oder Straßen bauen. Drumherum sind typische Dorle-Bilder drapiert, wichtig aussehende Männer mit Schnecken im Haar oder Tigerenten, die sie hinter sich herziehen. Frauen wiegen diese bedeutsamen Männer oder auch schon mal eine rosa Sau in ihren Armen. Es ist unglaublich, dass man das Treppenhaus und den winzigen Raum so gut gestalten kann, wie die Kuratoren Werner Obländer und Hannah Wölfel. Die Werkauswahl ist klein, zeigt aber hoch verdichtet den sarkastischen und doch liebevollen Geist der künstlerischen Arbeit der Malerin und Bildhauerin. Einige der ausgestellten Arbeiten kann man auch zu sehr günstigen Preisen kaufen. Weiterlesen