„Als wir träumten“ – Andreas Dresens ebenso harte wie einfühlsame Bestseller-Verfilmung

Regisseur Andreas Dresen präsentierte seinen neuen Film „Als wir träumten“ vor kurzem auf der Berlinale. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Clemens Meyer wurde auf dem Festival kontrovers diskutiert. Jetzt kommt jetzt er in die Kinos.

Der Film beginnt in der finsteren Ruine eines abgebrannten Kinos: „Mark!“, ruft jemand in die Dunkelheit, „Mark?“. Dani (Merlin Rose), der Besucher aus der Vergangenheit, und der drogensüchtige Mark (Joel Basmann) reden über alte Zeiten im Leipziger Osten: Bei den Wehrübungen der Jungen Pioniere hofften sie, an die Brüste der größeren Mädchen dotzen zu können. In der Wendezeit erfreuten sie sich noch an Mikrowellen und Softpornos aus dem Westen. Streiflichtartig skizziert der Film mit diesen Rückblenden jene frühen Jahre, nach denen die Jugendlichen dann ihre wilden Träume leben wollen:

„Wir sind die Größten!“, brüllen sie angesoffen aus geklauten West-Autos. Sie gründen einen illegalen Techno Club in einer alten Fabrik, das „Eastside“, mit dem sie richtig Geld verdienen. Die Mädchen, die sie gerne hätten, kriegen sie dennoch nicht, nackt sieht Andi sein geliebtes „Sternchen“ (Ruby O.Fee) nur in der Striptease-Bar… Weiterlesen

„Der Koch“ – eine sinnliche und spannende Literaturverfilmung

Martin Suters überaus erfolgreicher Roman „Der Koch“ von 2010 wurde verfilmt und kommt jetzt in die Kinos. „Wonach schmeckt das denn?“, fragt die von der Mahlzeit hingerissene Andrea. „Nach meiner Heimat“, antwortet der tamilische Koch Maravan. Doch um es gleich vorwegzunehmen – das neue Werk des Regisseurs Rolf Huettner („Vincent will Meer“) ist kein Film über das Kochen.

Er beginnt mit einem Vorspiel im Kampf um die Unabhängigkeit der Tamilen in Sri Lanka, bei dem Maravans Eltern sterben. Dann versetzt ein harter Schnitt die Zuschauer Jahrzehnte später nach Zürich, wo Asylbewerber Maravan (Hamza Jeetooa) in einem edlen Restaurant als mies behandelte Küchenhilfe schuftet. Nach dem Tod der Eltern wuchs er bei der Oma auf, die ihn in die Kunst der ayurvedischen Küche einweihte. Deshalb gerät er mit dem arroganten Chefkoch in Konflikt, der die Speisen oft verhunzt. Die attraktive Serviererin Andrea (Jessica Schwarz) unterstützt ihn in einem Streit, Maravan lädt sie daraufhin zu einem Curry bei sich ein. Weiterlesen

„Quatsch“ ein genialer Film für Kinder und Erwachsene

Keith Richard hat recht – in seinem neuen Buch fordert er, dass Großeltern mit ihren Kindern „Unsinn“ machen sollen. Das dachte sich auch der Regisseur Veit Helmer, der gemeinsam mit seinem vierjährigen Sohn die Idee zum Film „Quatsch“ entwickelte. Der Film kommt Anfang November in die Kinos, vorab gibt es eine Buchversion: „Denn Eltern gehen lieber mit ihren Kindern ins Kino, wenn sie das Buch schon kennen und wissen, was auf sie zukommt“, sagte uns Helmer im Gespräch.

„Quatsch“ ist ein lustiges Kinderbuch für die ganze Familie. Im Geiste der „kleinen Strolche“ stellen sechs Kinder aus Bollersdorf ziemlich viel Unsinn an. Am meisten war Theo, der sechsjährige Enkel des Rezensenten, davon begeistert, wie die Kids ihre Eltern zu Bett bringen. Von diesem, für ihn unglaublichen Ereignis erzählte er noch tagelang. Weiterlesen