Kunstschaffende im Dialog – Ihre Antwort auf die documenta fifteen: In der aktuellen Ausstellung „Make Frieds AND Art“ präsentieren 32 Kunstschaffende Gemälde, Skulpturen und Installationen. Das umfangreiche Begleitprogramm begann mit einer Performance von Malerin Ulrike Kuborn und Musikerin Nirit Sommerfeld.
Im dynamischen Tanz umkreisen sich die Frauen auf der am Boden befestigten, eingefärbten Leinwand. Schubsen und schieben einander, reißen sich los. Gehen in die Horizontale, winden und wälzen sich auf der Unterlage. Umreißen ihre Silhouetten mit Stiften. Kämpfe, Annäherungen, Trennungen. Die Performance „Approach / Begegnung“ endet nicht harmonisch, sondern mit einem Moment der Ruhe.
Die Beiden haben „Make Friends AND Art“ exemplarisch ausgedrückt: Sich begegnen und Freundinnen zu werden ist ein schwieriger Prozess, kein einmaliger Akt, insbesondere wenn die Deutsche Kuborn auf die Deutsch-Israelin Sommerfeld trifft. Gleichzeitig ist ihre dramatische Begegnung als Kunstwerk festgehalten, das von Kuborn weiterbearbeitet wird. Im Hintergrund hängen zwei ihrer Leinwände mit dem Titel „Approach“, die ähnlich entstanden.
Nahe dieser „bewegten Bilder“ montierte Udo Breitenbach um ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel vier alte hölzerne Skulpturen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Auch diese Figuren scheinen innezuhalten, sich nicht (mehr) zu ärgern. Schließlich ist alles nur ein Spiel, in dem man Revanche fordern und sein Glück aufs Neue versuchen kann.
Aber das Leben ein Spiel? An der Stirnwand des großen Saals installierte Robert Kunec seine angekokelten hölzernen Fahnenständer und provoziert damit Nachdenken über Fahnen als Symbole. Sie signalisieren Zugehörigkeit, Abgrenzung oder Widerstand, die Brandspuren verweisen darauf, dass daraus auch Kämpfe und Kriege entstehen.
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