in der neuen Ausstellung im Kunstverein Fulda zeigen drei Gast-Künstlerinnen ihre unterschiedlichen Objekte.
Bei fantastischem Frühlingswetter wurde am letzten Sonntag die neue Ausstellung des Fuldaer Kunstvereins eröffnet. Die Vernissage fand im Freien statt und begann mit einer Performance der Künstlerin Christiane Gaebert. Auf ein großes weißes Blatt zeichnete und kritzelte sie blitzschnell mit zarten Linien viele angedeutete Gesichter. Vom Band erklangen dazu Gesänge aus den 1920er-Jahren, diverse Geräusche, groteske Töne Neuer Musik, Textfragmenten von Brecht oder Hauser. Einerseits inspirierten die Klänge die Künstlerin bei ihrer intuitiv-dynamischen Gestaltung, andererseits verdichtete sich dadurch ihre Arbeit aber auch zu einer Aufführung für das Publikum.
Nach einiger Zeit begann sie mit verschiedenen Farben Teile des Bildes auszumalen, manche Gesichter mit fetten Farblinien nachzuziehen. Gut eine spannende halbe Stunde später hatte sie ein provisorisches Werk geschaffen, das ihren wesentlich komplexeren Bildern im ersten großen Ausstellungsraum des Kunstvereins ähnelte. Auch bei dem gewaltigen Gemälde „Die Zusammenkunft“ schauen aus dem Hintergrund Menschen zu, während sich eine Äffin und ein Zicklein im Vordergrund annähern. Daneben hängt ein mächtiges Wimmelbild von ihr, mit lauter Gesichtern, gezeichnet mit einer einzigen, durchgehenden Linie.

Gaeberts Performance war auch eine Demonstration ihrer dynamischen und spontanen Arbeitsweise, in der deutlich wurde, dass sie vielleicht bestimmte Vorstellungen zur Gestaltung im Kopf hat. Dass aber auch die äußere Atmosphäre und die Eigengesetzlichkeit der Farben und Linien das Ergebnis mitbestimmen. Im völligen Kontrast dazu stehen ihre geschnittenen Konstruktionen aus Papier, gleichsam dreidimensionale Scherenschnitte unter Glashauben. Sie wirken wie schwebende bizarre Skulpturen, die einfach geplant und konstruiert werden müssen.



