„Frantz“ – ein großartiger Film mit der preisgekrönten Paula Beer (Venedig 2016)

Für ihre Rolle in dem Film „Frantz“ bekam Paula Beer (21) vor kurzem einen Preis beim Filmfest in Venedig. Sie spielt die traurige Verlobte eines gefallenen Soldaten, die langsam wieder neue Lebensfreude entwickelt.

Düster gekleidet legt Anna (Paula Beer) jeden Tag Blumen auf das Grab ihres im Krieg gestorbenen Verlobten Frantz. Eines Tages beobachtet sie einen seltsamen Fremden, der am Grab weinend eine Rose ablegt. Dieser melancholische Adrien (Pierre Niney) will auch Frantz’ Familie besuchen, wird aber als „französischer Erzfeind“ vom Vater (Ernst Stötzner) rausgeschmissen. Anna dagegen sucht den Kontakt zu Adrien, der sich bald als Freund Frantz’ ausgibt. Er verführt Anna zum Tanzen und Baden im Fluss, sie kauft sich ein farbiges Kleid und gewinnt langsam neue Kräfte. Auch die Eltern leben wieder etwas auf, als der Franzose von seinen Begegnungen mit ihrem Sohn in der Vorkriegszeit erzählt.

Doch dann werden die Ereignisse von der Schuld überschattet, die Adrien mit sich herumträgt, und seiner großen Lüge, die er schließlich Anna gesteht. Die trägt jedoch mutig diese Last und verhindert, dass Frantz’ Eltern die Wahrheit erfahren. Als Adrien überraschend verschwindet reist sie ihm hinterher nach Frankreich. In Paris ist alles anders, als ihr Verlobter es in seinen Briefen schrieb oder Adrien es in der Begegnung mit der Familie erzählte. Mühselig bekommt Anna die Wahrheit über das Leben des Franzosen heraus, der ihre aufkeimende Liebe nicht erwidert. Sie verfällt nicht in Depression, sondern geht nun ihren eigenen Weg. „Es gibt mir Lust“, sagt sie, ziemlich paradox aber glaubwürdig, am Schluss des Films über das „Bildnis eines Selbstmörders“ (Foto unten) des Malers Edouard Manet. Sie hat wieder zu leben gelernt und stürzt sich in das unbekannte Abenteuer der Fremde. Weiterlesen