Der Film „Tiger Girl“ – eine grottenschlechte Zumutung

 

„Über Kunst reden kann jeder. Aber DU machst Selfies mit Mona und Lisa.“ In Abwandlung dieser aktuellen, ziemlich dusseligen Werbung für ein Deodorant, könnte man zum Film „Tiger Girl“ spöttisch sagen: „Alle reden über Achselschweiß, aber WIR drehen Filme mit Tiger und Vanilla.“

Regisseur Jacob Lass („Love Steaks“) hat seinen neuen Film „Tiger Girl“ auf der Berlinale, man muss es schon so sagen, rausgehauen. Die dürftige Handlung ist schnell erzählt: Maggie (Maria Dragus) möchte gerne Polizistin werden, doch als das nicht klappt, macht sie eine Ausbildung in einer Sicherheitsfirma. Warum sie so gerne andere schützen will bleibt offen. Irgendwann rettet das Mädchen Tiger Girl (Ella Rumpf) sie vor einer aggressiven Meute junger Männer, verhindert aber ebenfalls den Beischlaf mit einem Polizisten, den Maggie seit ihrer nicht bestandenen Polizeiprüfung kennt.

Fortan tun sich die beiden Frauen zusammen und wohnen abwechselnd in einem alten Bus oder auf dem Dachboden eines großen Mietshauses. Maggie wird jetzt vom Tiger Girl „Vanilla the Killer“ genannt und versucht noch eine Zeitlang ein Security Girl zu werden. Was das Tiger Girl antreibt erfahren wir nicht. Freiheitsdurst? Abenteuerlust? Schlechte Kindheit? Gemeinsam beklauen, demütigen oder verprügeln die beiden andere Menschen, gerne auch hübsche Jungs. Aus solchen Bosheiten und Gewalttaten besteht der größte Teil des Films. Es wird zwar nicht deutlich, was die beiden Furien eigentlich antreibt, aber in der Uraufführung auf der Berlinale grölten Freunde und Fans der Film-Gang aus Berlin-Neukölln lautstark vor Begeisterung. Weiterlesen