Anne Härtel-Geise „Textile Strukturen“

 

Kunstherbst in Ost-Hessen (Teil 6): Eine sehenswerte Ausstellung im Kunstverein Fulda    

In der Galerie des Kunstvereins drängten sich auf engstem Raum viele Besucher, als die Textilkünstlerin Anne Härtel-Geise zu den fröhlichen Klängen der „Buchonia Klezmer Gang“ ihre Einzelausstellung eröffnete.

„Du armes Schwein, Du!“ In der diesjährigen Jahresschau „Geteilt“ des Kunstvereins Fulda zeigte Härtel-Geise neulich eine lebensgroße, zweigeteilte Sau aus Stoff. Das groteske, kontrovers diskutierte Objekt der Vegetarierin im Vonderau-Museum wurde, erstaunlicherweise, von den Besuchern mit klarer Mehrheit zum Publikumsliebling gewählt. Nun präsentiert die Fuldaerin freie Installationen, Stoffcollagen sowie gestickte Textilkompositionen. Damit zeigt sie die große Spannweite ihres Schaffens in den letzten drei Jahren.

Am Eingang hängt ein selbstironisch wirkendes, maschinengesticktes Porträt der Künstlerin, in der Nähe schweben vor „Blauen Strömen“ gefilzte „Steine.“ Neben dem Büffet an der Treppe schwebt geisterhaft ein erotisches, ausgefranstes weibliches Wesen. Im ersten Stock bringen gestickte Tiergedichte von Heinz Erhardt, mit genähten Abbildungen der Kreaturen, die Besucher zum Lachen: „Es war einmal ein buntes Ding / ein sogenannter Schmetterling / der war wie alle Falter / recht sorglos für sein Alter…“ Kunst kann sehr humorvoll sein, beweist Härtel-Geise mit diesen Arbeiten. Weiterlesen