„3 Tage in Quiberon – 3 Tage im Leben Romy Schneiders

Der Film „3 Tage in Quiberon“, der jetzt in die Kinos kommt, zeigt das widersprüchliche Leben der deutsch-französischen Schauspielerin Romy Schneider (1938 – 1982)

Es war schon ein kühnes Projekt der Regisseurin Emily Atef und ihrer Produzenten, lediglich einen dreitägigen Ausschnitt aus dem Leben des „Mythos“ Romy Schneider auf die Kinoleinwand zu bringen. Der schwarz-weiße Streifen zeigt eine der bekanntesten Schauspielerinnen ihrer Zeit (hervorragend dargestellt von Marie Bäumer), die 1981 einige Tage in einer „Diätklinik“ verbrachte, um von ihren Medikamenten und Drogen herunterzukommen. Die Freundin Hilde (Birgit Minichmayr) besuchte sie dort, gemeinsam empfingen beide Frauen zwei Stern-Reporter für ein Interview.

Zur Erinnerung: Als 16-jährige kam Romy Schneider, die schon einige erfolgreiche Filme gedreht hatte, als putzige bayrische Königstochter und österreichische Kaiserin Sissi in die Kinos. Die dadurch berühmt gewordene Schauspielerin ließ sich noch zu zwei Fortsetzungen der Sissi-Trilogie (1955 – 1957) treiben. Dann verweigerte sie eine weitere Folge und emigrierte nach Frankreich. Sie wollte als ernsthafte Akteurin arbeiten, denn in Deutschland „klebte die Sissi an mir wie Grießbrei.“ In Paris wurde sie zum Weltstar durch ihre Arbeit in anspruchsvollen Filmen mit bekannten Kollegen und renommierten Regisseuren.

Gerne gab sie Luder wie eine Pornodarstellerin, Prostituierte oder Gangstergeliebte. Die deutsche Presse verzieh dem „Franzosenflittchen“ diesen „Vaterlandsverrat“ nie, während sie in Frankreich von den Medien begeistert gefeiert wurde. Doch gierig wurden auch von Sensationsblättern ihr problematisches Privatleben, die schwierigen Affären sowie ihre Schicksalsschläge ans Licht gezerrt. Sie arbeitete wie besessen und gönnte sich auch nach persönlichen Katastrophen, wie dem Tod ihres Kindes, keine Pausen.

Um ihrem kritischen vierzehnjährigen Sohn David zu beweisen, „dass ich es kann!“, ging sie 1981 (ein Jahr vor ihrem Tod) in die Klinik. Dort gab sie den Stern-Reportern, trotz ihrer negativen Erfahrungen mit deutschen Boulevardblättern, ein langes Interview, das im Film authentisch wiedergegeben wird. Sie hatte Vertrauen zum Fotojournalisten Robert Lebeck (Charly Hübner), den sie schon länger kannte, der seinen schreibenden Kollegen Michael Jürgs (Robert Gwisdek) mitbrachte. Weiterlesen