„Silver“ ein Tanzstück von Nanine Linning

 

Anschließend – die Compagnie im Gespräch mit einer Professorin der Robotik

„Silver“, das neue Tanzstück der Heidelberger Choreografin Nanine Linning wurde bereits Ende 2015 uraufgeführt. Wie in einem Traumspiel zeigt es Roboter, die durch Menschenversuche humanoider werden wollen. Neulich kam nach der Aufführung erstmals eine Professorin der Robotik zur Diskussion mit dem Ensemble.

Auf der Bühne hängen Uni-Sex-Wesen in schuppigen, silberglänzenden Trikots leblos an großen Kästen. Neben ihnen sind identische Latex-Masken mit langen blonden Haaren befestigt. Zu seltsamen Tönen erscheint ein silbriger Roboter mit solch einer Maske auf dem Kopf. Mit eckigen Bewegungen nimmt er ein Wesen, stülpt ihm eine Maske über und setzt es in Bewegung. Der neu erschaffene Android produziert einen anderen Roboter – so geht es weiter, bis alle Wesen steif als geklonte Maschinenmenschen auf der Bühne staksen. Sie nehmen Kontakt auf, formieren sich unbeholfen zu Paaren oder Gruppen.

Nach einiger Zeit verschwinden zwei Kunstwesen und schleppen ein lebendiges, fast nacktes Menschenpaar an, das sich in einem gefühlvollen, sinnlichen, erotischen Pas de Deux unter den staunenden Blicken ihrer Bewacher begegnet. Irgendwann werden sie von den Wärtern auseinander gerissen und hinter die Bühne getrieben. In weiteren Bildern pulen die Aufseher einen Homunculus – eine sehr kleine Ballerina – aus einem Schleimgebilde und lassen sie tanzen. Mit einem Leuchtstab locken sie einen Tänzer wie eine Motte über die Spielfläche. Deformierte aber menschliche Schattenwesen tanzen synchron und werden von Häschern gefangen. Weiterlesen