„Was auf dem Spiel steht!“ Fotoausstellung von Katharina Eglau (Kunstherbst in Ost-Hessen 4)

 

Zuerst fallen in der Bilderschau die unglaublich schönen, glücklichen Kinder in diversen arabischen Regionen auf. Die Porträts ihrer Eltern und Verwandten sind eindrucksvoll, mal tragen die Frauen Kopftücher, mal offene Haaren. Muslime, Christen, Juden.

Fischer bei der Arbeit im Euphrat-Delta. Verputzer werkeln in schwindelnder Höhe an Lehmhochhäusern. Die Puppe eines mit Pfeilen gespickten Diktators (Hussein) wird verbrannt. Ein Jugendlicher liegt in einer Moschee auf dem Boden und fummelt entspannt am Smartphone herum. Eine junge Ägypterin macht Freudensprünge vor Pyramiden.

Man hat nicht den Eindruck, dass diese Menschen freiwillig auf überfüllte Flüchtlingsboote oder in europäische Notaufnahmelager gehen. Doch die seit Jahrtausenden im Delta in den Sümpfen lebenden Menschen wurden vertrieben, die kurdischen Jesiden werden vom IS ausgerottet, das steinalte jüdische Dorf im Jemen gibt es nicht mehr.

Auf vielen Reisen im nahen Osten hat die Fotografin nicht nur unterschiedliche Volksgruppen in ihren sozialen und religiösen Bindungen abgelichtet, sondern so auch die Vielfalt der arabischen Kultur festgehalten. „Das steht auf dem Spiel“, erklärt Eglaus Mann, der Nahost-Journalist Dr. Martin Gehlen, in seinem Vortrag zur Vernissage. Beide leben seit acht Jahren in Kairo und kennen sich bestens in der Region aus, hautnah haben sie den Fall der Diktaturen, den „arabischen Frühling“ und die Renaissance der Gewalt miterlebt.

„Wo ist Katharina schon wieder?“

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