„Elser“ – nicht nur ein spannender Politthriller, sondern zugleich auch berührender Liebes- und Heimatfilm

In diesen Tagen kommt der sehenswerte Film „Elser – Er hätte die Welt verändert“ über den Hitler-Attentäter Georg Elser in die Kinos. Um es gleich vorwegzunehmen, dieser Spielfilm ist berührender Liebesfilm, hervorragender Heimatfilm und engagierter Politthriller zugleich.

Hätte Hitler im November 1939 nicht 13 Minuten früher als geplant den Münchner Bürgerbräukeller verlassen, wären er und fast die gesamte NS-Führung getötet worden. Die Zeitgeschichte wäre anders verlaufen, Millionen Menschen nicht im II. Weltkrieg umgekommen. Die Historiker haben sich mächtig an dem nur seinem Gewissen verpflichteten Einzeltäter Elser abgearbeitet. Es war ja eine ungeheure Provokation, dass einem allein handelnden Attentäter – in einer Zeit, wo angeblich niemand etwas wusste und keiner etwas tun konnte – ein beinahe erfolgreicher Tyrannenmord gelang. Die kommunistischen, christlichen und bürgerlichen Widerstandskämpfer denunzierten ihn jahrzehntelang als Werkzeug Hitlers. Zu Unrecht, wie Forschungen seit den späten 1960er-Jahren belegen.

Der Film erzählt auf zwei Ebenen – er beginnt mit der Verhaftung Elsers (Christian Friedel), Rückblenden nach Verhören verdeutlichen mit sinnenfrohen Bildern sein Leben im Heimatdorf auf der Schwäbischen Alp: Erste Liebe. Schwimmen im See. Musizieren auf der Kirchweih. Doch immer wieder kehrt der Film ins düstere Gefängnis zurück, zeigt die rüden Vernehmungen und später die halbwegs „milde“ Behandlung des Staatsfeindes.

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