Axel Prahl spielt die Hauptrolle in der Verfilmung von Kafkas „Der Bau“

Der Regisseur Jochen Alexander Freydank hat nach Franz Kafkas Erzählung „Der Bau“ einen Spielfilm mit Axel Prahl gemacht, der nun in die Kinos kommt. Der letzte „Tatort“ aus Münster mit Axel Prahl als Kommissar Thiel hatte 13 Millionen Zuschauer, die absolute Traumquote für das erste deutsche Fernsehen. Solch ein Zuschauermagnet wird der neue Kino-Film, „Kafkas der Bau“, mit dem beliebten Schauspieler sicherlich nicht werden. Wahrscheinlich wird er nicht einmal irgendwo in Osthessen laufen.

Dem Film liegt die gut neunzig Jahre alte, unvollendete Erzählung Kafkas „Der Bau“ zugrunde. Sie ist der Monolog eines Wesens, das sich tief unter der Erde einen weitverzweigten Zufluchtsort schafft, aber auch darin keinen Schutz findet. Denn sein Sicherheitsbedürfnis treibt es zu immer absurderen Handlungen und in noch größere Unsicherheit. Der Schluss ist offen.

Der Regisseur und Kafka-Liebhaber Freydank erlaubt sich eine sehr freie Umsetzung des Textes und zeigt die „Verwandlung“ des Angestellten Franz (Axel Prahl). Der sorgenvolle Familienvater kauft eine Wohnung in einem riesigen Bau, baut ständig neue Sicherungen oder Schlösser ein – und schottet sich so immer stärker von der Welt ab. Jedoch den vermeintlichen Bedrohungen durch Menschen, die ihm alles nehmen wollen, kann er nicht entfliehen. Während der einst prächtige Bau mehr und mehr verfällt, Obdachlose und Diebe von ihm Besitz ergreifen, handelt Franz immer verzweifelter. Schließlich wird er genauso skrupellos und brutal, wie die Menschen die ihn scheinbar bedrohen.  Weiterlesen

Im Gespräch mit Axel Prahl über den Film „Kafkas Der Bau“

Axel Prahl empfängt mich in Berlin-Mitte im edlen, von der Presseagentur gemietetem „Gorki-Appartement“. Im Weinbergsweg vor dem Haus laufen die Frauen in Kleidern herum, die man sonst nur auf den Catwalks der Fashion Week bestaunt. Prahl dagegen trägt eine Outdoor-Weste. Gut kann er sich an Schlüchtern in Osthessen erinnern, dort sprach ich zweimal mit ihm, als er im Zelt des Kultur-Kinos mit seiner Band spielte oder den Film „Alles inklusive“ vorstellte, um das Kino-Projekt zu unterstützen. In diesem Jahr komme er nicht, meint er, jetzt seien mal andere dran.

Warum haben Sie in diesem Film mitgespielt?

Ich denke, das Resultat spricht eigentlich für sich, es ist zwar mehr oder weniger eine One Man Show mit mir, aber es spielen natürlich auch ganz hervorragende Kollegen mit. Das war ein Herzensprojekt für mich, wann kriegst Du denn mal so eine Rolle angeboten?

Regisseur Freydank hat sofort an Sie gedacht, kannten Sie ihn vorher?

Nee, aber ich hatte den mit einem Oscar prämierten Kurzfilm „Spielzeugland“ gesehen. Ich war sehr erfreut, dass er gerade mir diese Rolle angeboten hat. Als Schauspieler ist man natürlich dankbar, wenn einem möglichst unterschiedliche Charaktere angeboten werden.

Sie wollten sich bewusst mal vom Münsterer „Tatort“ absetzen?

Weiterlesen