Das Projekt „Weiblich“ – ein Besuch im Fuldaer Atelier allerART

 

Entdeckungen wie in einer Frauenhandtasche…   Kunstherbst in Ost-Hessen 7

Das kleine Fuldaer Kunst-Lädchen präsentiert eine Vielzahl von Bildern und Objekten zum Thema „Weiblich“. Zur Vernissage am Freitagabend standen die Besucher bis auf die Straße, auch am Wochenende kam viel Publikum.

„Überall Busen wohin man guckt“, meint ein männlicher Besucher freudig überrascht beim Umherschauen im winzigen Atelier. „Na klar“, kontert keck Annette Hertenberger, „der weibliche Körper gibt einfach mehr her…“ Die fünf Künstlerinnen des kleinen Lädchens am Fuldaer Peterstor zeigen viele dralle, aber auch zarte weibliche Akte sowie Ballerinen aus Draht, Pappmaché und anderen Materialien. Dazwischen schweben Geisterwesen aus Modelliermasse von Lotte Schnath, Eva Amelung-Kakhzar zeigt Collagen. Eine Postkartenserie beschäftigt sich ebenfalls mit Tänzerinnen. „Das sind Träume“, erklärt Hertenberger ihre Bilder, alle Mädchen wollen doch gerne tanzen.“

Viele der Arbeiten wirken einfach nur schön, jedoch zeigt gerade KiMa Wehner auch aufgelöste und abstrahierte weibliche Formen. Tanja Abeln-Bil, die mit der Nähmaschine weibliche Akte „zeichnet“ (stickt), geht am Weitesten bei der Antwort auf die Frage: „Was ist weiblich?“, die sich die Künstlerinnen als Thema stellten: „Weg von der Anerkennung!“ Mutig verbindet Abeln-Bil in einem Künstlerbuch und einigen Wandbildern autobiografische Erfahrungen zur sozialen Zurichtung von Weiblichkeit mit ihren grafischen Elementen – und transformiert dadurch persönliche Erfahrungen zur Kunst. Weiterlesen

„2 & 1“ – Ausstellung in der Bahnhofsgalerie Hünfeld (Kunstherbst Osthessen Teil 5)

 

Ein Fisch schnappt aus einem Frauenkopf heraus nach Luft. Im Hintergrund eine Häuserfassade und seltsame Landschaften, vorne ein Gebilde mit Insekten, ganz in der Ferne das Meer. „Darin muss ich erst mal spazieren gehen“, meinte ein Besucher zu seiner Begleiterin, „bevor ich was sagen kann.“ Die beiden betrachteten ein Werk des serbischen Malers Victor Randjelovic (42). Dessen Arbeiten sind nicht besonders groß, doch die 19 Bilder seiner Serie „East of Eden“ sind die eindrucksvollsten und individuellsten Malereien der Ausstellung. Der Künstler verbindet in diesen, sowie weiteren größeren Arbeiten symbolisch aufgeladene Dinge miteinander – Eier, Hunde, Menschen, Musikinstrumente – und schafft doch in sich geschlossen Bilder. Oft entführt er in traumartige Gegenden, manchmal auch Landschaften unter Wasser, in denen die Besucher „spazieren gehen“ können.

Randjelovic gestaltet seine surrealistischen Gemälde sehr altmeisterlich, man spürt seine Liebe zu den flämischen und niederländischen Malern. Jedoch wirken seine Werke modern und zeitlos zugleich. Elmar Hegmann, der Vorsitzende des Trägervereins, sprach vom „Update“, das der Künstler nutze, „um in einer spannungsreichen Balance zwischen Realität und Fiktion neue, weiterführende Gedanken zu entwickeln.“

Ebenfalls zwischen Wirklichkeit und Traum bewegt sich die Kunst des Bulgaren Kamen Kissimov (44)… Weiterlesen