So wie der FC Bayern meist alljährlich Deutscher Fußballmeister wird, so kommt ebenfalls meist alljährlich der Eberhofer Franz aus dem niederbayrischen Niederkaltenkirchen auf die Kinoleinwände.
Mit fünf Filmen von „Dampfnudelblues“ bis „Sauerkrautkoma“ schuf das Team um Regisseur Ed Herzog eine abstrus-komische Genremischung aus Heimat-, Liebes und Kriminalfilm. Man kann dieses bunte Kino-Kaleidoskop durchaus Serie nennen, doch die Streifen sind jeweils in sich abgeschlossen. Die Verbrecher werden immer gefasst, aber die kauzigen Beziehungen zwischen den Ebershofern untereinander oder mit ihrer Umgebung wandeln sich ständig.
„Leberkäsjunkie“, der Titel, wird dem Eberhofer Franz (Sebastian Bezzel) im Film eigentlich nur einmal zugerufen. Er solle eine Diät machen – aber der dick gewordene Dorfpolizist schert sich nicht um seine Cholesterinwerte. Stattdessen versucht er ständig erneut mit Susi (Lisa Maria Potthoff) anzubandeln. Beide leben wieder voneinander getrennt, trotz ihres gemeinsamen kleinen Sohns Paul. In der aktuellen Dorfgeschichte muss Eberhofer eine Woche lang sein Kind hüten, weil Susi angeblich eine wichtige Fortbildung hat. Paul kommt zu allen Polizeieinsätzen mit, was für reichlich Situationskomik sorgt: Da wird das Kind schon mal neben der Leiche auf dem Seziertisch in der Pathologie gewickelt oder zum Einschlafen 36 Mal im Polizeiauto um das berühmte Rondell in Niederkaltenkirchen gefahren.
Zum Beginn der Kinderwoche brennt das Haus der Schlampen Mooshammer Liesl (hinreißend von Eva Mattes gespielt), darin findet sich nach dem Löschen eine verkohlte weibliche Leiche. Als erstes wird der dunkelhäutige Fußballstar des Dorfes als Täter verdächtigt und verhaftet, weil er mit ihr eine Affäre hatte. Zwischendurch muss Ebershofer ihn mal illegal aus dem Knast holen, damit sein Dorfverein nicht absteigt. Aber ob Buengo(Castro Dokyi Affum) tatsächlich der Mörder ist oder wer sonst noch in Frage kommt, wird hier nicht ausgeplaudert: Denn die Kriminalgeschichte ist wie in jeder Folge richtig spannend, selbst wenn sie manchmal durch den grotesken Klamauk etwas überlagert wird: Weiterlesen