„The Ukulele Orchestra of Great Britain“ in Osthessen

 

In der ausverkauften, völlig überfüllten Nieder-Mooser Kirche war am Sonntag „The Ukulele Orchestra of Great Britain“ zu Gast. Im Rahmen der Sommerkonzerte und des 225. Geburtstags der Orgel, wollten die Veranstalter dem Publikum etwas Besonderes bieten.

Erstaunlicherweise klangen die Instrumente der weltberühmten Kapelle überhaupt nicht schrammelig und gar nicht so exotisch wie erwartet, sondern meist eher wie sehr hoch gespielte Gitarren. Dazu wurden großartige Gesänge angestimmt: Eine der Musikerinnen sang zu Ukulele-Klängen „I’m dancing barfoot“ von Patti Smith, berührend interpretierte die zweite Musikerin einen Song Joni Michels. „Kiss“ von Prince wurde ziemlich schräg und näselnd dargeboten und „Pinball Wizard“ von „The Who“ präsentierte die Gruppe sogar a cappella. Alle die im Konzert zu Gehör gebrachten Songs waren eigentlich keine Cover-Versionen, sondern umgeschriebene, oft solo oder vielstimmig gesungene, sehr eigen-artig vorgetragene Interpretationen. Und natürlich fuhren sie alle in die Beine, gerne hätten wohl manche Besucher im Gotteshaus getanzt.

Einige Stücke wurden als Filmmusik angekündigt, wie das Thema des Italo-Westerns „Spiel mir das Lied vom Tod.“ Der schnell vom Publikum erkannte Titel wurde mit viel Gepfeife, Geschnalze, Gepuste und anderen vokalen Einlagen der Spieler garniert. Gerne wird das Orchester als komödiantische Kapelle angekündigt, aber Musik-Clowns sind die acht britischen Damen und Herren nun wirklich nicht.

Allerdings ist die abwechselnde, ausnahmslos englische Moderation der Instrumentalisten voller Wortspiele und bissigem schwarzen Humor. Gestenreich und doch unterkühlt streiten sie untereinander oder bestaunen theatralisch das Gerede der anderen. Im zweiten Teil des Programms legten sie im Spiel an Komik etwas zu – zeigten pantomimische Einlagen, bei denen sie immer mal „einfroren“ oder mit Tierstimmen quietschten und jaulten. Einer… Weiterlesen